Bei Nokia hagelt es Kritik
Es gab eine Zeit, in der ein Handy von Nokia ein Zeichen von modernem Zeitgeist war. Wer ein solches Handy besaß, war vorne mit dabei. Seit dieser Zeit ist der Ruhm der Firma aber etwas angekratzt. Das iPhone überschwemmt den Markt und viele andere Anbieter von Smartphones machen es Apple nach: Man verkauft neueste Technik, kombiniert mit ausgefeilten Betriebssystemen und ohne News über Mitarbeiterabbau und Filialschließungen.
Ein wenig hat sich der einstige Handyriese selbst ins Aus katapultiert, weil man es einfach nicht geschafft hat, die hauseigene Technologie zeitgleich mit der Konkurrenz weiter zu entwickeln. Sicher konnte Nokiachef Stephen Elop ansehnliche Zahlen vorweisen, doch könnten eben diese deutlich besser sein. Man hat in vielen Dingen verpasst, auf den Zug aufzuspringen, der in rasender Fahrt unterwegs ist und keine Verschnaufpause zulässt. War Nokia einst weltbekannt für sein modernes Handydesign und stabiler Verarbeitung, hätte der Umschwung vor allem in Sachen mobiles Internet auch in der finnischen Firma längst vorgenommen werden müssen.
Der stolze Pfau, der das iPhone und seine Kollegen als Modeerscheinung abgewertet hat, muss nun wohl zugeben, falsch gedacht zu haben. Aus dieser Talsohle führt nur ein Weg heraus: Handys von Nokia müssen auf den Markt, die den Standard, der heute vom Mobiltelefon nun einmal verlangt wird, halten können. Also wird es wohl bald auch aus Finnland mindestens ein Handy mit Touchscreen geben, zu dem es auch Zusatzanwendungen geben wird und das auch in Sachen Foto und Musik wieder marktfähig ist. Dann könnte es im Konzern auch wieder aufwärts gehen und die Zahlen endlich das Bild abgeben, das man eigentlich von Nokia gewöhnt ist: Ein deutliches Plus.