22. Okt, 2010
Der Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland, Wolfgang Schäuble, ist nach längerer Krankheit wohl nun wieder auf dem Damm. Er kehrt an seinen Arbeitsplatz zurück, wo er sich immer wieder vertreten lassen musste. Bei vielen wichtigen Verhandlungen und Gesprächen fehlte der Politiker also, hatte natürlich aber auch vom Krankenbett aus die Fäden in der Hand.
Wolfgang Schäuble leidet an einer Wundheilungsstörung, die ihn immer wieder außer Gefecht setzt. Diese ist eine Folge seiner Querschnittslähmung, die er seit einem Attentat im Jahr 1990 erdulden muss. Damals war insgesamt drei Mal auf den Politiker geschossen worden, wobei er eine Schussverletzung an der Wirbelsäule, eine am Kiefer erlitt. Eine weitere Kugel traf einen Bodyguard, der jedoch, wie Schäuble, überlebte. Geschossen hatte ein psychisch kranker Mann, der in seiner Gerichtsverhandlung für nicht schuldfähig erklärt wurde und in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Der heutige Finanzminister ließ sich davon aber nicht beirren; er verfolgte seinen politischen Weg auch im Rollstuhl weiter und wollte seit dieser Zeit nie einen Sonderstatus. Mittlerweile engagiert sich der CDU Mann auch in der Deutschen Stiftung für Querschnittsgelähmte.
Schäuble ist ein Politiker vom alten Format, der auch mit Kritik umzugehen weiß. Aus Niederlagen, die er immer wieder einmal einstecken muss, geht er mit neuem Mut heraus. Während seinen immer wieder auftretenden Problemen mit der Gesundheit kann sich Wolfgang Schäuble auf die Unterstützung seiner Gattin und seiner vier Kinder verlassen. Rückhalt im privaten Bereich ist etwas, das niemals zu viel sein kann, und das bestimmt auch in diesem Fall zur Genesung und Entlassung aus dem Krankenhaus beigetragen hat.
7. Okt, 2010
Extreme gibt es überall, auch auf politischer Ebene. Da kommt es auch in einer Kleinstadt, in der die Politik sonst eher friedlich vor sich hin sickert, schon einmal zu Demonstrationen. Unzufriedenheit in einem Volk ist keine Seltenheit, und je unzufriedener die Bürger sind, umso mehr tun sich auch Gruppierungen zusammen, die ihren Unmut kundtun wollen und ihre Meinung laut äußern. Für die Schauplätze bedeutet dies natürlich immer die Angst vor Auseinandersetzungen und Ausschreitungen. Besondere Alarmbereitschaft scheint zu herrschen, wenn von Rechtsextremen eine Demo angekündigt wird. Dann steht auch für wenige Personen, die einen Aufmarsch planen, eine Hundertschaft an Polizisten bereit. Mit aller Macht will man beweisen, dass die „Nazis“ keine Chance haben werden, für Unfrieden zu sorgen.
Hermetisch wird der Platz abgeriegelt, auf dem die Demonstration angekündigt ist. Die Fahrzeuge, die passieren wollen, werden vorbei geleitet, und alle Beamten, die sich hier im Einsatz befinden, sind sehr angespannt. Die Demonstranten tragen, wie man es kennt, Plakate mit sich herum, auf denen Protest und Meinung mit dicken Pinselstrichen aufgemalt sind. Der Unterschied zu den Demos, die man von Studenten und anderen Gruppierungen kennt, ist die Vorgeschichte, mit denen die Rechtsextremen belastet sind. Da es hier schon oft zu bösen Vorfällen kam, will die Polizei hier alle Eventualitäten der Gewalt sofort im Keime ersticken und tritt entsprechend mit sehr großer Präsenz auf. Leider oder Gott sei Dank sind in der rechten Szene sehr viele Mitläufer zu finden, die sich irgendwie beweisen wollen und für eine Sache einstehen, von der sie keine oder kaum Ahnung haben. Sie wissen kaum etwas über die Grausamkeiten, für die sie durch ihre Kleidung, wie etwa die Bomberjacken, einstehen, noch genaues über den geschichtlichen Hintergrund. Aber die Parolen schreien sie mit. Gerade hier verbirgt sich die Gefahr: In dem Alibi für sinnlose Gewalt, die bei diesen Demonstrationen leider nur allzu oft stattfindet.