Müssen Kassenpatienten auf den Zahnarzt bis 2011 verzichten?

Über die Unterschiede, die die Krankenkassen und Ärzte zwischen Kassenpatienten und Privatversicherten machen, wird schon immer viel und heftig diskutiert. Seitdem die Zahnärzte und Hausärzte mit einem bestimmten Budget auskommen müssen, drängt sich für manche Medien, aber auch für den einen oder anderen Patienten der Verdacht auf, man müsse Privatpatient sein, um noch eine wirklich ausgewogene Behandlung zu bekommen. Nein, es wird nicht an den Behandlungen im Schmerzfall gespart. Es geht um die Untersuchungen und Therapien, die verschiebbar sind: Die Laboruntersuchung, der Vorsorge Check beim Zahnarzt, und andere Dinge, die eben nicht akut sind, sondern ein wenig warten können.

Ein Anruf beim Zahnarzt, bezüglich der halbjährlichen Kontrolle, könnte mit folgendem Ergebnis enden: Leider sind in diesem Jahr keine Termine mehr frei. Soll heißen: Unser Budget ist bereits überschritten, wir wollen aber nicht umsonst arbeiten, weswegen wir Sie in diesem Jahr nicht mehr behandeln. So, wie zum Beispiel das Polieren der Zähne in gewissen Fällen selbst bezahlt werden muss, kann man hier nicht auf das Entgegenkommen des Zahnarztes hoffen. Also hilft nur der Versuch, einen anderen Zahnarzt zu finden, oder eben das Warten auf den Termin Anfang des nächsten Jahres. Für Privatversicherte gilt dies, wie in so vielen Fällen, wieder einmal nicht. Sie bekommen ihre Termine und werden oft sogar ohne Termin bevorzugt aus dem Wartezimmer gerufen. Auch eine Arztpraxis ist eben ein Wirtschaftsunternehmen und kann nicht überleben, wenn sie ihre Arbeitsleistung nicht bezahlt bekommt. Sowohl bei den Krankenkassen, als auch bei den Ärzten müsste eine Neuregelung des Gesundheitswesens greifen, die den Kassen sparen hilft, aber die Ärzte und Patienten nicht entrechtet.

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