2. Nov, 2010
Über die Unterschiede, die die Krankenkassen und Ärzte zwischen Kassenpatienten und Privatversicherten machen, wird schon immer viel und heftig diskutiert. Seitdem die Zahnärzte und Hausärzte mit einem bestimmten Budget auskommen müssen, drängt sich für manche Medien, aber auch für den einen oder anderen Patienten der Verdacht auf, man müsse Privatpatient sein, um noch eine wirklich ausgewogene Behandlung zu bekommen. Nein, es wird nicht an den Behandlungen im Schmerzfall gespart. Es geht um die Untersuchungen und Therapien, die verschiebbar sind: Die Laboruntersuchung, der Vorsorge Check beim Zahnarzt, und andere Dinge, die eben nicht akut sind, sondern ein wenig warten können.
Ein Anruf beim Zahnarzt, bezüglich der halbjährlichen Kontrolle, könnte mit folgendem Ergebnis enden: Leider sind in diesem Jahr keine Termine mehr frei. Soll heißen: Unser Budget ist bereits überschritten, wir wollen aber nicht umsonst arbeiten, weswegen wir Sie in diesem Jahr nicht mehr behandeln. So, wie zum Beispiel das Polieren der Zähne in gewissen Fällen selbst bezahlt werden muss, kann man hier nicht auf das Entgegenkommen des Zahnarztes hoffen. Also hilft nur der Versuch, einen anderen Zahnarzt zu finden, oder eben das Warten auf den Termin Anfang des nächsten Jahres. Für Privatversicherte gilt dies, wie in so vielen Fällen, wieder einmal nicht. Sie bekommen ihre Termine und werden oft sogar ohne Termin bevorzugt aus dem Wartezimmer gerufen. Auch eine Arztpraxis ist eben ein Wirtschaftsunternehmen und kann nicht überleben, wenn sie ihre Arbeitsleistung nicht bezahlt bekommt. Sowohl bei den Krankenkassen, als auch bei den Ärzten müsste eine Neuregelung des Gesundheitswesens greifen, die den Kassen sparen hilft, aber die Ärzte und Patienten nicht entrechtet.
22. Okt, 2010
Der Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland, Wolfgang Schäuble, ist nach längerer Krankheit wohl nun wieder auf dem Damm. Er kehrt an seinen Arbeitsplatz zurück, wo er sich immer wieder vertreten lassen musste. Bei vielen wichtigen Verhandlungen und Gesprächen fehlte der Politiker also, hatte natürlich aber auch vom Krankenbett aus die Fäden in der Hand.
Wolfgang Schäuble leidet an einer Wundheilungsstörung, die ihn immer wieder außer Gefecht setzt. Diese ist eine Folge seiner Querschnittslähmung, die er seit einem Attentat im Jahr 1990 erdulden muss. Damals war insgesamt drei Mal auf den Politiker geschossen worden, wobei er eine Schussverletzung an der Wirbelsäule, eine am Kiefer erlitt. Eine weitere Kugel traf einen Bodyguard, der jedoch, wie Schäuble, überlebte. Geschossen hatte ein psychisch kranker Mann, der in seiner Gerichtsverhandlung für nicht schuldfähig erklärt wurde und in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Der heutige Finanzminister ließ sich davon aber nicht beirren; er verfolgte seinen politischen Weg auch im Rollstuhl weiter und wollte seit dieser Zeit nie einen Sonderstatus. Mittlerweile engagiert sich der CDU Mann auch in der Deutschen Stiftung für Querschnittsgelähmte.
Schäuble ist ein Politiker vom alten Format, der auch mit Kritik umzugehen weiß. Aus Niederlagen, die er immer wieder einmal einstecken muss, geht er mit neuem Mut heraus. Während seinen immer wieder auftretenden Problemen mit der Gesundheit kann sich Wolfgang Schäuble auf die Unterstützung seiner Gattin und seiner vier Kinder verlassen. Rückhalt im privaten Bereich ist etwas, das niemals zu viel sein kann, und das bestimmt auch in diesem Fall zur Genesung und Entlassung aus dem Krankenhaus beigetragen hat.
21. Okt, 2010
Wer in Deutschland die Staatsbürgerschaft erlangen möchte, muss aus einem Fragebogen von insgesamt 33 ausgesuchten Fragen aus einer Datenbank von 300 vom Bundesinnenministerium erstellten Fragen insgesamt 17 richtig beantworten. Dieser so genannte Einbürgerungstest ist wichtig, um erkennen zu können, wir fit die Bewerber um den deutschen Pass in Sachen Staatskunde, Geschichte und Sozialkunde sind. Die Fragen muss jeder, der einige Zeit in Deutschland gelebt hat und dort auch die Schule besucht oder gearbeitet, die Zeitung gelesen oder Fernsehen geschaut hat, beantworten können. Sie reichen von sehr leichten bis hin zu schwereren Fragen, die alle nach dem Multiple Choice Verfahren beantwortet werden müssen. Handschriftliche Antworten werden nicht verlangt; man muss nur eine von vier möglichen Antworten ankreuzen. Der Test findet in deutscher Sprache statt, wodurch auch festgestellt werden kann, ob der Anwärter auf die deutsche Staatsbürgerschaft die Landessprache auch einigermaßen sicher beherrscht.
Die Frage: Wofür stand der Ausdruck Eiserner Vorhang? Gehört für Ausländer, die erst in jüngster Vergangenheit ins Land gekommen sind, wohl eher zu den schweren. Allerdings sollte nach der Hauptstadt von Deutschland guten Gewissens gefragt werden können, ohne auch nur den Zweifel an einer richtigen Lösung aufkommen zu lassen. Aus vier Antwortmöglichkeiten ein Nachbarland von Deutschland erkennen zu können, ist eher mittleres Niveau. Die Fragen weiten sich natürlich auch in den europäischen Bereich aus, wie zum Beispiel: Wo ist der Sitz des Europäischen Parlaments? Gemein, wenn neben der richtigen Antwort Straßburg auch Brüssel als Antwortmöglichkeit gegeben ist; manch einer wird sich hier im Eifer des Gefechts sicher nicht lange genug Bedenkzeit nehmen. Bei Tests an Schulen, wie etwa an der Berufsschule, stellt sich immer wieder heraus, dass auch deutsche Schüler ohne einen Migrationshintergrund zu einem nicht geringen Anteil nicht so sicher in ihrem Wissen sind, dass sie 17 von 33 Fragen richtig beantworten können. Traurig aber wahr.
20. Okt, 2010
Etwas vom Erfolg der letzten Bundesligasaison verwöhnt sind die Spieler und die Vorstände vom FC Bayern München ja bestimmt. Haarscharf am so heiß begehrten Triple vorbei beendeten die Spieler rund um den niederländischen Trainer Louis van Gaal das letzte Jahr. Seither scheint bis auf einige Pflichtsiege nichts mehr zu klappen. Sogar der traditionelle Besuch auf dem Oktoberfest wurde den Spielern verwehrt und stattdessen ein Training, sozusagen als Strafe, anberaumt. Zähneknirschend versuchen alle Verantwortlichen, die Ausreden für Unentschieden oder Niederlage zu verkaufen. Nur über Siege, über den Glanz der letzten Monate, hört man nicht sonderlich viel.
Die Diskussionen über die Spieler und den Trainer halten sich vergleichsweise in Grenzen. In anderen Vereinen hätte man schon lange gehandelt. Van Gaal ist zuversichtlich, die Verbesserung der Ergebnisse bald einleiten zu können. Er weiß, dass der FC Bayern siegen kann, gab er in einem Interview an. In der Champions League schlagen sich die Bayern tapfer: Hier ist man auf dem besten Wege, das Achtelfinale zu erreichen. Nun gibt es zu allem Druck auch noch Diskussionen um einen Wechsel von Demichelis, nachdem der Herbstmeister feststeht und die winterliche Pause beginnt. Der argentinische Nationalspieler will nicht länger auf der Bank auf Einsätze warten. Gegen Hamburg will man nun auf jeden Fall siegen, das steht fest. Die Fans drücken die Daumen und warten schon auf das Spiel, das hoffentlich wieder ein wenig Schwung in die Mannschaft bringen wird. Vielleicht fehlt ja wirklich nur der Stein des Anstoßes, um die Bayern wieder auf Erfolgskurs und vielleicht sogar in Richtung Meisterschaft zu bringen.
19. Okt, 2010
Es gab eine Zeit, in der ein Handy von Nokia ein Zeichen von modernem Zeitgeist war. Wer ein solches Handy besaß, war vorne mit dabei. Seit dieser Zeit ist der Ruhm der Firma aber etwas angekratzt. Das iPhone überschwemmt den Markt und viele andere Anbieter von Smartphones machen es Apple nach: Man verkauft neueste Technik, kombiniert mit ausgefeilten Betriebssystemen und ohne News über Mitarbeiterabbau und Filialschließungen.
Ein wenig hat sich der einstige Handyriese selbst ins Aus katapultiert, weil man es einfach nicht geschafft hat, die hauseigene Technologie zeitgleich mit der Konkurrenz weiter zu entwickeln. Sicher konnte Nokiachef Stephen Elop ansehnliche Zahlen vorweisen, doch könnten eben diese deutlich besser sein. Man hat in vielen Dingen verpasst, auf den Zug aufzuspringen, der in rasender Fahrt unterwegs ist und keine Verschnaufpause zulässt. War Nokia einst weltbekannt für sein modernes Handydesign und stabiler Verarbeitung, hätte der Umschwung vor allem in Sachen mobiles Internet auch in der finnischen Firma längst vorgenommen werden müssen.
Der stolze Pfau, der das iPhone und seine Kollegen als Modeerscheinung abgewertet hat, muss nun wohl zugeben, falsch gedacht zu haben. Aus dieser Talsohle führt nur ein Weg heraus: Handys von Nokia müssen auf den Markt, die den Standard, der heute vom Mobiltelefon nun einmal verlangt wird, halten können. Also wird es wohl bald auch aus Finnland mindestens ein Handy mit Touchscreen geben, zu dem es auch Zusatzanwendungen geben wird und das auch in Sachen Foto und Musik wieder marktfähig ist. Dann könnte es im Konzern auch wieder aufwärts gehen und die Zahlen endlich das Bild abgeben, das man eigentlich von Nokia gewöhnt ist: Ein deutliches Plus.