Wolfgang Schäuble ist wieder auf dem Damm
Der Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland, Wolfgang Schäuble, ist nach längerer Krankheit wohl nun wieder auf dem Damm. Er kehrt an seinen Arbeitsplatz zurück, wo er sich immer wieder vertreten lassen musste. Bei vielen wichtigen Verhandlungen und Gesprächen fehlte der Politiker also, hatte natürlich aber auch vom Krankenbett aus die Fäden in der Hand.
Wolfgang Schäuble leidet an einer Wundheilungsstörung, die ihn immer wieder außer Gefecht setzt. Diese ist eine Folge seiner Querschnittslähmung, die er seit einem Attentat im Jahr 1990 erdulden muss. Damals war insgesamt drei Mal auf den Politiker geschossen worden, wobei er eine Schussverletzung an der Wirbelsäule, eine am Kiefer erlitt. Eine weitere Kugel traf einen Bodyguard, der jedoch, wie Schäuble, überlebte. Geschossen hatte ein psychisch kranker Mann, der in seiner Gerichtsverhandlung für nicht schuldfähig erklärt wurde und in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Der heutige Finanzminister ließ sich davon aber nicht beirren; er verfolgte seinen politischen Weg auch im Rollstuhl weiter und wollte seit dieser Zeit nie einen Sonderstatus. Mittlerweile engagiert sich der CDU Mann auch in der Deutschen Stiftung für Querschnittsgelähmte.
Schäuble ist ein Politiker vom alten Format, der auch mit Kritik umzugehen weiß. Aus Niederlagen, die er immer wieder einmal einstecken muss, geht er mit neuem Mut heraus. Während seinen immer wieder auftretenden Problemen mit der Gesundheit kann sich Wolfgang Schäuble auf die Unterstützung seiner Gattin und seiner vier Kinder verlassen. Rückhalt im privaten Bereich ist etwas, das niemals zu viel sein kann, und das bestimmt auch in diesem Fall zur Genesung und Entlassung aus dem Krankenhaus beigetragen hat.